IZSMO – Vom Parkhaus zum Mobilitäts-Hub
Am Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart IZS arbeiten rund 2.000 Menschen an anwendungsnaher Forschung. Viele von ihnen kommen täglich aus unterschiedlichen Richtungen an den Campus, mit ganz unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen. Einige fahren mit dem Auto, andere mit Bahn oder Fahrrad, manche kombinieren mehrere Verkehrsmittel. Die Vielfalt ist da, die Infrastruktur vor Ort bildet sie bislang jedoch nur eingeschränkt ab.
Das Projekt IZSMO setzt genau an diesem Punkt an. Es geht darum, bessere Rahmenbedingungen für nachhaltiges betriebliches Mobilitätsmanagement zu schaffen. Rahmenbedingungen, die es erleichtern, unterschiedliche Verkehrsmittel sinnvoll zu nutzen und miteinander zu kombinieren.
Worum es bei IZSMO geht

Kern des Projekts ist die Weiterentwicklung des bestehenden Parkhauses. Es soll nicht länger ausschließlich ein Abstellort für Autos sein, sondern sich zu einem Ort entwickeln, an dem verschiedene Mobilitätsformen zusammenkommen. Ein Ort, an dem man ankommt, umsteigt, Dinge abstellt und weiterfährt.
Konkret bedeutet das, dass im Parkhaus und in seiner unmittelbaren Umgebung neue Angebote entstehen: gut sichtbare und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Mikromobilität, Sharing-Angebote für Fahrräder, E-Bikes, Lastenräder und E-Scooter sowie ergänzende Infrastruktur wie Ladepunkte, Schließfächer und kleine Serviceangebote. Alles wird so gestaltet, dass es im Alltag einfach nutzbar ist.
Das Parkhaus bleibt damit ein wichtiger Teil des Campus, bekommt aber eine neue Rolle. Es wird zu einem Mobilitäts-Knotenpunkt, der unterschiedliche Wege miteinander verbindet.
Die letzte Meile sinnvoll überbrücken
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Die nächstgelegene S-Bahn-Station liegt in erreichbarer Nähe 15 Gehminuten vom Campus entfernt. Wie diese letzte Strecke zurückgelegt werden kann, entscheidet oft darüber, ob der ÖPNV genutzt wird oder nicht. Hier setzt das Projekt mit mehreren Bausteinen an.
Zum einen werden Mikromobilitätsangebote zur Verfügung gestellt, mit denen Mitarbeiter diese Strecke schnell und flexibel überbrücken können. Zum anderen wird ein autonomes Shuttle eingesetzt, das die S-Bahn-Station und den Campus miteinander verbindet. Das Shuttle ist barrierefrei und soll im realen Betrieb erprobt werden, um Erfahrungen für einen dauerhaften Einsatz zu sammeln.
Auch das Auto bleibt Teil des Systems
Das Projekt verfolgt keinen einseitigen Ansatz. Auch der Pkw bleibt Teil eines ausgewogenen Mobilitätsmixes. Gleichzeitig werden Fahrgemeinschaften gezielt unterstützt, durch eine digitale Mitfahrplattform und attraktiv gelegene Stellplätze für gemeinsam genutzte Fahrzeuge. So entsteht eine Mobilitätsstruktur, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigt und vorhandene Ressourcen besser nutzt, ohne jemanden auszuschließen.
Lernen, was wirklich wirkt
Begleitend zu den baulichen und organisatorischen Maßnahmen wird die Mobilität der Mitarbeiter analysiert. Ziel ist es zu verstehen, wie die Angebote genutzt werden, welche Kombinationen sich im Alltag bewähren und wie sich Zufriedenheit und Mobilitätsmix entwickeln. Dadurch entstehen Erkenntnisse, die auch für andere Standorte und Organisationen interessant sind, die ähnlichen Fragestellungen für betriebliches Mobilitätsmanagement haben.
Wer das Projekt umsetzt
Das Projekt wird gemeinsam umgesetzt von der Hochschule Esslingen als Konsortialführer und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO als Umsetzungspartner am Standort.
Unterstützt wird das Projekt durch folgende Partner:
- Triply – Analyse der Mitarbeitermobilität und Auswertung der Veränderungen im Mobilitätsverhalten
- RideBee – Fahrgemeinschaftsplattform »Stuttgart fährt mit« zur Organisation von Mitfahrgelegenheiten
- Bertrandt – Betrieb und Umsetzung des autonomen Shuttles
- Adapt2Move – Mobilitätsmonitor sowie Schnittstellenintegration der Mobilitätsangebote
Förderung
Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie »Betriebliches Mobilitätsmanagement« (Förderaufruf vom 14.12.2023) umgesetzt und läuft von September 2025 bis Februar 2027. Die Initiative wird im Auftrag des Bundesministerium für Verkehr (BMV) durchgeführt vom Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM), der TÜV Rheinland Forschungs- und Innovationsmanagement GmbH sowie der B.A.U.M. Consult GmbH.
Förderkennzeichen: VBBMM2506
Weitere Informationen zum Projekt sind auf dieser Webseite von mobil gewinnt zu finden.

Kontakt

Christopher
Anwendungszentrum KEIM

Theresa
Anwendungszentrum KEIM