PoMmEs – Prospektives, optimiertes Mobilitätsmanagement an der Hochschule Esslingen

Die Hochschule Esslingen entwickelt mit PoMmEs ein integriertes Mobilitätsmanagement, um Emissionen im Pendel- und Dienstverkehr wirksam zu senken. Das Vorhaben verbindet Mobilitäts-Hubs, digitale Buchungs- und Informationssysteme sowie datenbasierte Evaluation in einem gemeinsamen Ansatz.

Ausgangslage

Die vorliegenden Erhebungen zeigen einen hohen Handlungsbedarf: Der Bereich Mobilität hat mit 39 Prozent (rund 4.200 t CO₂e pro Jahr) den größten Emissionsanteil der Hochschule. Gegenüber 2019 ist dieser Anteil um rund 9 Prozent (ca. 550 t CO₂e) gestiegen. 98 Prozent der mobilitätsbezogenen Emissionen entstehen durch Pendelverkehre. Gleichzeitig sind Pkw-Stellflächen stark ausgelastet, während nachhaltige Angebote bislang nur eingeschränkt sichtbar und durchgängig nutzbar sind.

Standortübergreifender Ansatz

PoMmEs adressiert die unterschiedlichen Mobilitätsanforderungen der Standorte in Esslingen und Göppingen mit einem abgestimmten Gesamtkonzept. Geplant sind standortspezifische Mobilitäts-Hubs, die nachhaltige Angebote bündeln und den Wechsel zwischen den Campusstandorten erleichtern.

Abbildung 1: Standortübergreifendes Hub-Konzept mit den geplanten
Mobilitäts-Hubs und Wegeverbindungen zwischen den Standorten.

Ziele des Projekts

PoMmEs verfolgt drei operative Ziele:

  1. Reduktion des motorisierten Individualverkehrs beim Pendeln und zwischen Standorten.
  2. Erhöhung der Nutzung geteilter und emissionsarmer Verkehrsmittel bei Dienstwegen.
  3. Verbesserung der Digitalisierung und Effizienz im Fuhrparkmanagement.

Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu den Klimazielen von Bund und Land. Auf Bundesebene sind im Klimaschutzgesetz unter anderem eine Minderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 65 Prozent bis 2030 (gegenüber 1990) sowie Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert.

Integrierte Mobilitätsplattform

Kern des Projekts ist eine Plattform, die Mobilitätsangebote aus einer Hand zugänglich macht. Sie verbindet Buchung, Information und Orientierung für den Hochschulalltag sowie für standortübergreifende Wege und Dienstfahrten.

Abbildung 2: Einstieg in die PoMmEs-App
über den Hochschul-Account als zentraler
digitaler Zugang zu Mobilitätsangeboten

  1. Buchung und Verwaltung von Mobilitätsangeboten aus einer Hand.
  2. Schnittstellen zu bestehenden MaaS- und Sharing-Diensten.
  3. Auswertung relevanter Nutzungs- und Betriebsdaten.
  4. CO₂-bezogene Transparenz für Mobilitätsentscheidungen.
  5. Dashboards für Monitoring und Kommunikation.
  6. Personalisierte Vorschläge für nachhaltigere Mobilitätsoptionen.

Nutzung, Anreizsystem und Forschung

PoMmEs kombiniert praktische Nutzung mit wissenschaftlicher Begleitung.
Die App macht nachhaltige Mobilitätsangebote unmittelbar nutzbar und
ergänzt sie um Anreizmechanismen, um Verhaltensänderungen im Alltag
zu unterstützen. Dazu gehören spielerische Elemente, die Motivation
und dauerhafte Nutzung fördern.

Parallel werden nicht-personenbezogene Nutzungs- und Auslastungsdaten
ausgewertet, um die Wirkung der Maßnahmen systematisch zu bewerten
und das Angebot datenbasiert weiterzuentwickeln.

Abbildung 3: Startansicht der PoMmEs-App
mit Mobilitätszugang, Gamification-Elementen
und Darstellung des Forschungsbezugs

Mehrwert und Transfer

PoMmEs ist als anwendungsnahes Reallabor konzipiert und auf Übertragbarkeit ausgelegt. Der Mehrwert liegt in drei Transferpfaden:

  1. Hochschultransfer: Übertragbare Konzepte für Multi-Campus-Standorte mit unterschiedlichen Mobilitätsprofilen.
  2. Kommunaler und institutioneller Transfer: Anwendbare Bausteine für Kommunen, Verwaltungen und öffentliche Einrichtungen.
  3. Wissenschaftlicher Transfer: Datengestützte Erkenntnisse zu Wirksamkeit, Akzeptanz und Skalierbarkeit integrierter Mobilitätsmaßnahmen.

Laufzeit

Die geplante Laufzeit umfasst Januar 2026 bis Juni 2027.

Kontakt

Christopher

Anwendungszentrum KEIM

Kerim

Anwendungszentrum KEIM

Andreas

Anwendungszentrum KEIM